Die Rutengänger und ihr Stand in der Gesellschaft

Dr. Steffen Schweikardt, Naturwissenschaftler und Mythosversteher ...

... schreibt eine Analyse über so ganz bestimmte Wissenschaftskreise!

Zur Einführung ins Thema ein Vorwort des Autors:

Zur Abwehr einer Kritik an die etablierte Wissenschaft, haben sich Lobbybewahrer eine pseudowissenschaftliche "Sekte" aufgebaut, um gemeinsam dem Volke den esoterischen Teufel auszutreiben. Mit Prokop und Wimmer als Propheten und Wielandt als Heiland!

Übrigens, die "Heilige Maria" hat diese "Kritiker-Sekte" auch schon! Es ist die Büro-Sekretärin des ehemaligen Institutsleiters der Geophysik in Stuttgart: „Prof. Dr. Erhard Wielandt".

Ich hat´s ja selbst gehört: bei einer Institutsfeier prahlte seine Sekretärin voller Stolz, „dass sie es gewesen sei, die Ihren Chef endlich dazu brachte etwas gegen die dummen Rutengänger zu unternehmen"! - Was daraus wurde ist weiter nichts als Plagiat; abgeschriebene unwissenschaftliche naive Kopfgeburten anderer Lobbybewahrer und Erdstrahlenkritiker!

Vor gutgläubigen Studenten benutzte Wielandt die Hörsäle der Uni-Stuttgart und präsentierte dort polemische "Hetzkampanien", welche sich gegen Rutengänger und die Homöopathie richteten. Die Domäne seiner privaten Internetseite gegen Rutenleute und Homöopathie bezahlt die Uni-Stuttgart; dafür muss der Steuerzahler aufkommen - so viel zu der Seriosität in manchen Wissenschaftskreisen!

"Wielandt´s Wissenschaft" – dazu lesen Sie bitte das Erlebnis meines Vaters mit dem "Professor" – eine schreckliche Schande der angeblich "seriösen" Wissenschaft! Der Klick steht weiter unten auf dieser Seite.

                                    Dr. rer.nat. Steffen Schweikardt

Wünschelrutengänger

Dr. Steffen Schweikardt

Naturwissenschaftler und Alternativmediziner

 

 

Zum Vergrößern, einfach aufs Bild klicken >>>>>>>>>>>>>>

Aberglaube in der Normalbevölkerung, Irrsinn beim Wissenschaftler! Das ist der Leitfaden den sich die Kritiker des polarisierenden Themas: "Erdstrahlen und Wasseradern" verschrieben haben.

Es ist wie im Film: "Planet der Affen"! Der Wissenschaftsminister ist gleichzeitig der oberste Verkünder des Glaubens und verständlicher Weise nicht an neuen Erkenntnissen interessiert, weil die ja im peinlichsten Fall althergebrachte Dogmen zum Wanken bringen könnten.

Als junger Student bin ich mit voller Überzeugung in die Naturwissenschaft eingestiegen und glaubte an dessen Grundfesten. Zudem habe ich Wissenschaft nicht so verstanden, dass man Polemik an Sachen üben soll die einem fremd sind, man nichts davon versteht oder einen doch nur ärgern könnten. Mit Sachlichkeit und Verstand, ehrlichen Forschergeist zu betreiben - so sah ich die Sache und so sehe ich sie heute noch!

In den kritischen Diskussionsforen ...

... kreisen die Skeptiker nicht nur um sich selbst, sondern besonders um die "Autoritäten" des Erdstrahlenstreits. Aussagen werden ins lächerliche gezogen und Experimente zitiert, die für "Erdstrahlen zugängliche Wissenschaftler" reiner Schwachsinn sind!

Ein "Erfahrungs- und Wissensaustausch" kommt nicht in Frage, man könnte sich ja vielleicht in diesem Objekt auf Augenhöhe begegnen. Nur so etwas geschieht nicht, und es würde letztlich sowieso wieder nur auf parteiische "Glaubensfragen" hinauslaufen.

Aufgezeichnete Fälle oder gar Erfolge der Rutengänger, werden nicht akzeptiert und dafür ein Aufdecker paranormaler Inaktivität vorgespannt – funktioniert so die Wissenschaft? "So einfach doch bestimmt nicht!" Von seriösen Wissenschaftlern hätte ich mehr erwartet. Beispiel: Vorurteilsfrei Ansätze ins Spiel zu bringen ohne alberne und pseudoreligiös verbrämten Tönen.

Die kritisierende Basis teilt akademische Tiefschläge aus, die zumindest nach meinem Verständnis der Wissenschaft nicht angemessen sind und nur Anzeichen einer Selbstdarstellung bedeuten. Persönliche Überhöhung auf bezichtigter Dummheit anderer!

Dies sind einige Beweggründe, die seit langem in meiner Betrachtung beruhen. Im Raum steht dazu noch die Frage: "Woher kommt der Hass und die Angst auf Rutengänger"! ihren Ansichten, ihrem Wirken und dem Werkzeug? Befürchten Skeptiker Konkurrenz? Oder gar ein verlierendes Vertrauen bei den Außenstehenden? Ist es vielleicht die Sorge, dass die Menschen so manche Dogmatik der Naturgesetzte mit samt deren Hüter anzweifeln könnten?

Aufeinander zugehen. Diskutieren. All das, was lebendige Forschung, Lehre und Wissenschaft ausmacht, sucht man beim Diskurs mit Rutengängern vergebens. Es fehlen "Berührungspunkte", auf allen Seiten. Bleibt also nur der satirische Groll im Gewandt der Wissenschaft –  die es besser wissen sollte und den anderen bleibt emotioneller Spott aus esoterischem Kunterbunt.

Vernunft, Logik oder Rationalität dienstbare menschliche Errungenschaft haben keine Grenzen und kein Etikett der Benutzung. Unsere Welt ist noch nicht im Mindesten "erforscht" und die meisten Naturgesetze sind noch völlig unverstanden! Das jedoch darf man den Menschen draußen, denen man seine berufliche Existenzberechtigung verdankt, natürlich nicht sagen. Dann schon lieber das Ungeliebte verdammen!

Diese vollzogene Strategie erkennen immer mehr Menschen, und beginnen die Rutengänger, die ja auch nicht viel dümmer sind als ihre Kritiker, zu schätzen!    

MEINE PERSÖNLICHEN ERFAHRUNGEN

Funktioniert das gesellschaftliche Zusammenleben derart verkorkst? Vielleicht spiegelt sich darin eine gesellschaftliche Tendenz wider, bei denen, die es am wenigsten von sich vermuten, die Welt einfach in "gefällt" und "gefällt nicht" aufzuteilen gedenken. Ich suche mir ein Thema, das mir nicht in den Kram passt, von dem ich keine Ahnung habe und mich deswegen nicht weiter damit beschäftigen muss, gebe meine Kommentar ab und kritisiere daran herum, wie es besser nicht geht.

"Daran glaube ich nicht", "Betrug", "Humbug", "Schmarrn", "Irrsinn" oder "Geldmacherei". Alles berechtigte persönliche Standpunkte zu den vielfältigsten Themen unserer Zeit. Manchmal legen Skeptiker von "Erdstrahlen und Wasseradern" einen Drauf und vollführen seltsame Verhaltensweisen, sie vermeiden den Kontakt, gehen einem aus dem Weg oder verweigern schlicht die Öffnung der Zimmertür. Gerne hinterlassen kreative Skeptiker, aufgrund ihrer räumlichen Abwesenheit Zettel mit bizarren Kommentaren. Wieder andere ereifert sich bis zur Weißglut im darstellen ihrer Haltung zu Rutengängern und holen sich zum "Gefecht" gleichgesinnte, skeptische Helfer mit an die Front. Manche betonen ihre Anschauung darüber hinaus triumphierend mit "nicht wissenschaftlich nachgewiesen" und "widerlegt".

Die Beschäftigung mit Kritikern und Skeptikern aller Couleur ist beim polarisierenden Thema "Rutengehen und Erdstrahlung" unvermeidlich. Selbst zwischen den Rutengängern besteht die größte denkbaren Verworfenheit, aufgrund geschulter Arbeitsweisen verschiedener Organisationen, indoktrinierten Auffassungen, Hang zum unüberlegten Übernehmen und Wiedergeben gedruckter "Wahrheiten"!

Die eigene Beschäftigung erhellt diesen Zank nur bedingt. Fehl am Platze ist fraglos der beharrliche Aberglaube der Rutengänger in Wünschelruten, das X-te Störzonen-Gittersystem, phantastischen Erdenergien und Wasserstrahlen sowie der verborten Vorstellung von Wasseradern und zentimetergenauen Störzonenverläufen. Weiterhin alle Maßnahmen, Gegenstände und Handlungsweisen, die eine Bedrohung aus dem Untergrund abschirmen, neutralisieren oder harmonisieren sollen.

Auf der einen Seite stapeln sich die Artikel der wissenschaftlich geprägten Kritiker und auf der anderen die mal mehr oder weniger wissenschaftlich verklären Bücher der Rutengänger. Die Okkultisten stellen grenzwissenschaftliche Theorien auf und die Skeptiker widerlegen diese im akademischem Kontext der Naturgesetze in einer zumeist Akademikern unangemessenen geringschätzigen Debatte. Der Fokus der Kritik liegt, wie bei der Empirie üblich auf Annahme, Erfahrung und Versuch - nur bei genauer Betrachtung gehen selbst rutengängerfreundliche Bewertungen und Experimente am Kern einer zeitgemäßen rutengängerischen Fragestellung vorbei.

Es darf nicht sein, was nicht sein kann. Der naturwissenschaftliche, in diesem Fall der amtlich-geologische Standpunkt zu "Erdstrahlen und Wasseradern" sowie dem Können der Rutengängern (mit Rute und Pendel) wurde bereits vor über 100 Jahren, dem Zeitgeschmack entsprechend manifestiert. Die Esoteriker und deren Kritiker können zufrieden sein, dass sie heute in einer Demokratie leben dürfen.

Die sich ernstnehmenden Kritiker neigen dazu "Potemkinsche Dörfer" der exakten Wissenschaft aufzubauen und abweichende Ansichten haben es verständlicher Weise schwer sich zu etablieren; selbst innerhalb wissenschaftlicher Fachkreise. Dazu kommt noch, dass bei verschiedenen Fakultäten die Uhren anders ticken. Nie persönlich, immer sachlich objektiv und nur auf Druckwerken ausgerichteten wissenschaftlichen Diskurs prägt die organisierten Zweifler. Die einschlägigen Werke der Skeptiker und ebenso der Rutengänger und ihrer "Freunde" sind Jahrzehnte alt. Selbstdarsteller, Studien und Experimente werden weiterhin zitiert, ohne hervorbringen neuer eigener Ideen, Vorgehensweisen und Ergebnisse. Das Geschriebene, gleich ob pro oder contra wird mit dem persönlichen Wissenstand und allgemein gültigen Lehrsätzen abgeglichen. Verschiedene rutengängerischen Dokumentationen werden übergangen oder ins Lächerliche gezogen, da diese in keinem wissenschaftlichen Kontext aufgezeichnet wurden. Andererseits waren Akademiker an deren Erstellung beteiligt, werden diesen Befangenheit, Ungenauigkeit oder gar unterschwellig Betrug unterstellt und ihre Anschauung einfach im Aberglauben verhaftet oder Irrsinn versunken dargestellt. Sind dies noch Wissenschaftlern würdige Aussagen?

RUTENGEHEN IST EINE WISSENSCHAFT?

Rechtfertigung der Skepsis

Das eingangs geschilderte esoterische Kunterbunt der Rutengänger verlangt geradezu danach aufgedeckt und bloß gestellt zu werden. Doch müssen sich, unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit, selbsternannte Inquisitoren unwissenschaftlichem Denkens ereifern?

Ja, denn diese liegen richtig mit ihrer Aussage: Es existieren keine "Erdstrahlen und Wasseradern". Ebenso wenig sind Wünschelruten, Pendel oder andere rutengängerischen Werkzeuge Antennen der übersinnlichen (paranormalen) Wahrnehmung. Um diese "Wahrheiten" zu erkennen sind keine tiefgründigen (natur)wissenschaftlichen Kenntnisse erforderlich und trotzdem, oder besser gerade deswegen, werden diese "Erkenntnisse" von skeptischer Seite dahingehend dargestellt.

Die unbedarften Leser nehmen an, dass sie von gebildeten Kritikern und Skeptikern sowie deren Gedankenwelt lernen und profitieren können. Könnten sie, - denn die meisten Aussagen über "Rutengänger, Wünschelrute und Erdstrahlung" beruhen auf einer persönlichen Haltung bei deren Erlangung aus Sicht der Rutengänger "Fakten" (vorsätzlich?) ignoriert, verdreht oder missverstanden wurden. Diese Darstellungen verlangen ihrerseits nach einer Aufklärung, zumindest in der Art und Weise, wie sie als "wissenschaftlich" gesichert und dadurch als "ernstzunehmend" gezeichnet werden.

Das Vertrauen in ein Denkmuster mit vorgefertigten Meinungen genügt um eine fundierte Stellung zum Thema "Rutengehen" erlangt zu haben. Einen persönlichen Standpunkt, der selbstredend Wert ist - als wissenschaftlich allgemeingültig, richtig und klug - unter die Leute gebracht zu werden. Und darin liegt der wunde Punkt: die Basis der selbsternannten Aufklärer von Halbwissen und Pseudowissenschaft besitzen, abgesehen von plump-beleidigenden Bloßstellungen und plakativ-populistischen Darstellungen in süffisant-erheiternder Formulierungen, aus eigener oder übernommener Feder, über keinen Wissenschaftlern würdigen Ansätze.

Dies bleibt der unvoreingenommenen Leserschaft, zumindest beim ersten Blick verborgen, und die Anhänger der präsentierten Weisheiten schlucken diese ohnehin ohne Zweifel. Es wird mehr verwirrt, anstatt ernsthaft "informiert", wenn sich Skeptiker über augenscheinlich nicht wissenschaftlich greifbare Themen erheitern.

Eine zweiflerische und nachfragende Geisteshaltung ist für die zunehmend komplexeren kulturellen, sozialen, politischen und technischen Themen von Nöten. Nicht jeder kann in allen Gebieten ein Experte sein. Wollen Skeptiker die gesellschaftliche Bildung fördern ist dies ohne Frage lobenswert, nur sind Esoteriker wohl kaum, die größten "Absonderlinge" und "Feinde" der menschlichen Gemeinschaft. Die bedrohlichen Krisenherde sind anderweitig zu finden, doch an deren gefährliche Aufdeckung trauen sich nur die Wenigsten ran.

Ansichten der Rutengänger

Den Großteil der Rutengänger lässt Skepsis gegenüber ihrem Verhalten und Wirken, oder gar Kritik an ihren Geschäften kalt. Ansätze für Misstrauen liefern sie dem ungeachtet genügend. Sie vertreten verschobene esoterische Ansichten, verkaufen obskure Objekte zum Schutz oder/und betreiben befremdliche Rituale. Sie entdecken ungeahnte Fähigkeiten in ihrem Körper und mysteriöse Kräfte in ihrer Umgebung. Sie geben vor "Wasseradern" zu sehen und können diese mit purer Gedankenkraft verschieben. Zaubern Kraftorte in den Raum. Sie rammen Pfähle in den Boden, um negative "Erdenergien" umzuleiten. Es werden mit Ruten klar ersichtlicher "Elektrosmog" detektiert und mit Rutengezitter sogleich neutralisiert. Sie ereifern sich in verquaster Sprache über technische Dinge, um Eindruck zu schinden. Und unzähliges anderes Befremdliches mehr. Bei alle dem sich ein realistischer Betrachter fragt, ob sie noch bei Bewusstsein, gar Verstand sind. Esoterische Spinnereien Irrer - mit verschobenen Blicken auf die Welt!

Rutengänger (oder vielmehr die, die sich dafür ausgeben) stellen auch nur ein Schnitt durch die Gesellschaft dar und akzeptieren übereifrig Dinge mit Hacken und Angel, zumeist nur, weil es doch "geschrieben steht". Und übrigens neigen sie ebenso wie manch andere Zeitgenossen zur grenzenlosen Selbstherrlichkeit und maßlosen Selbstüberschätzung; insbesondere dann, wenn sie sich für "wissenschaftliche" Experimente zum Phänomen "Erdstrahlung" hergeben oder versuchen nachteilige Ergebnisse dieser mit ihrem Können zu widerlegen.

Die bisher durchgeführten "wissenschaftlichen" Experimente zu "Erdstrahlen und Wasseradern" gehen an der grundlegenden rutengängerischen Fragestellung "Der Wirkung von Erdstrahlung auf die Lebewelt" vorbei. Zum einen der Einfachheit halber wird die Wirkung (gleich welchen Ursprungs) von vornherein als "nicht vorhanden" postuliert und daher berechtigt ignoriert und Andererseits, um einen unmöglichen Nachweis der Nicht-Existenz zu umgehen. Trotzdem werden diese Darstellungen, inzwischen über Jahrzehnte hinweg zitiert und als "wissenschaftliche Wahrheiten" zum Thema "Erdstrahlen und Wasseradern" verkauft. Siehe Kapitel "Experimente mit Rutengängern"

Absonderliche Vorstellungen spuken seit Jahrhunderten in den Köpfen der Rutengänger umher und lassen sich heute leicht als Aberglauben begreifen. Keine Frage, das Beharren in aberwitzigen Behauptungen fördert nicht gerade die "Akzeptanz". Daher landen Rutengänger - nicht zu Unrecht - im selben Topf wie Astrologen, Dämonen-Austreiber, Geistheiler, Kryptozoologen, Naturheilkundige, UFO-Gläubige, Wahrsager oder andere pseudoreligiöse und spirituelle Eiferer; um nur einige zu nennen, die auf den Listen der organisierten Skeptiker stehen.

Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, insbesondere der Naturwissenschaften sehen im Treiben der Esoteriker eine Gefahr für die Gesellschaft und die Volksbildung allgemein. Sie schließen sich zusammen, gestalten Plattformen, um auf von "Esoteriker" verwendeten, missbrauchten oder falsch interpretierten wissenschaftliche Begriffe hinzuweisen. Weiterhin bedarf es der Aufklärung von nicht vorhandenen naturwissenschaftlichen, zumeist medizinischen Annahmen und Zusammenhängen, die in den Köpfen der "Esoteriker" (allzu oft) kursieren. Häufig wird die Esoterik als Sammelbecken beschrieben, für gescheiterte Existenzen oder Menschen, die in anderen Berufen nichts erreicht haben und keine brauchbaren Begabungen besitzen. Die Skeptiker werden es wohl wissen. "Anders-Denkende" als Belustigung und Zeitvertreib von Wissenschaftlern und derer die es gerne wären?

Die Skeptiker machen es sich (zu) leicht, vor allem, wenn einer Ihresgleichen mit akademischer Bildung und Titel sich mit als "Grenz-, Halb-, Pseudo- oder Parawissenschaften" bezeichneten Themen beschäftigt. Dessen Verhalten wird einfach einem Verlust der Selbstkontrolle zugeschrieben und als durchgeknallt abgestempelt. Wissen die Skeptiker nur ansatzweise wovon sie sprechen? Sie diagnostizieren pauschal für eine ganze Bevölkerungsgruppe psychopathologische Defizite. Dies ist ein Gipfel der Dreistigkeit und zugleich ein zulässiger persönlicher Standpunkt, jedoch fern von jeglichem gesellschaftlichem Umgangston und Wissenschaftlichkeit obendrein. Die einen sind bestrebt mit ihren Kenntnissen "Logik" im scheinbar Unlogischen zu erkennen und die anderen beten währenddessen das Mantra der absoluten und exakten Wissenschaft.

Die Kritiker und Skeptiker zitieren in ihren blumigen Ausführungen gerne Literatur ihrer "Vordenker" und deren Studien. Wobei durch die aktuelle Präsentation Zweifel an der Glaubhaftigkeit und Wissenschaftlichkeit dieser Texte aufkeimen. Lenken ernstere Töne davon ab? Andererseits offenbart ein Durchforsten der rutengängerischen Literatur selten erquickend Neues. Es wird einfach wild abgeschrieben und herum gesponnen, um den eignen Standpunkt, der zumeist an Verkaufsinteressen gebunden ist, zu untermauern.

Klar, jeder erwähnt Literatur, die seiner Anschauung zusagt und diese bekräftigt, doch von Seiten der Kritiker unpassende Artikel und Autoren zu verfemen und als irrsinnig darzustellen schießt über das Ziel hinaus und wirft zudem die Frage nach deren Charakter und psychologischem Profil auf. Es ist keine große akademische Kunst die eigene "Überlegenheit" auf bezichtigter Dummheit und offensichtlichen Fehlleistungen Anderer aufzubauen.

Der Stellenwert der Wissenschaft ist in der breiten Gesellschaft wohl nicht mehr bewusst oder war es womöglich nie im wünschenswerten Umfang. Wir leben in einer technisierten Zeit der allgegenwärtigen "Wissenschaft", ohne weiter die benutzten Technologien zu hinterfragen und über die Konsequenzen ihrer Nutzung (Rohstoffverbrauch, Produktionsabläufe, Energieverbrauch, Forderung der Nachhaltigkeit usw.) nachzudenken. Diese Leichtfertigkeit wird von verschiedenen Seiten angemahnt und reicht oft nur derer zum eigenen Spot.

In populären Massenmedien werden Heerscharen von "Prominenten" vorgeführt. Halbnackte Party-Luder, trällernde Gesangslärchen und arme Millionäre genießen in der breiten Öffentlichkeit anscheinend mehr Stellenwert und erfahren mehr Aufmerksamkeit, als Wissenschaftler, Nobelpreisträger oder Gewinner von "Jugend forscht". Die andersartig verschobenen Interessen großer Ausschnitte der Gesellschaft rufen wohl Neid Missachteter hervor.

Bei der allgegenwärtigen Informationsflut ist eine gepflegte skeptische Haltung unabdinglich. Wir bewegen uns in unserer individuellen Gedankenwelt und unsere täglichen Tätigkeiten erfordern sortierte Denkmuster. Grenzen zu überschreiten ist darin schwierig.

An Universitäten wird Studenten wünschenswerter Weise gelehrt, unvoreingenommen gegenüber dem Gesagten zu stehen - der Einfachheit halber wird das Gesagte akzeptiert, zum einen aus Respekt vor dem Lehrer und zum anderen aus der eigenen noch nicht umfassenden Kenntnis der komplexen Sachverhalte und Zusammenhänge. Jeder hinterfragt weitere Meinungen und sucht einen Abgleich des eigenen Bildes, inklusive den Aussagen der Dozenten, Artikeln und Lehrbüchern. So funktioniert die persönliche Wissensfindung und -bildung. Die Gefahr besteht, dass plausibel klingende Argumente Dritter auf einem ganz falschen Gerüst stehen. Es ist einfacher Ruten, Störzonen und Wasseradern zu monieren, sich einfach auf andere zu berufen, als mit dem geringsten Anspruch etwas eigenes "Handgreifliches" zum Sachverhalt, gleich ob "Pro oder Contra" beizutragen, das nicht auf irrwitzigen Aussagen und Behauptungen, oder klarem Unvermögen, fußt.

Schade, ein nie enden wollender Disput ist entbrannt, der auf einem bodenlosen Mangel gesellschaftlich so wichtiger und allseits gerühmter Kommunikation beruht. Jeder verfolgt seine Theorien und Interessen und spottet über den Anderen. Wie sehen da die nächsten Schritte aus?

Gut, mancher Anrisse erscheint überspitzt und reißerisch dargestellt, doch dies ist genau der Jargon den die "wissenschaftlich geprägten" Kritiker immer, und Rutengänger, wenn sie sich auf eine "Dialog" einlassen, an den Tag legen. Die hilfreichen und notwendigen Diskussionen lassen sich nicht, wie bei wissenschaftlichen Zusammenhängen objektiv führen, die persönliche Empfindung führt stets zu einer subjektiven Darstellung. Gerade deswegen sind viele der folgenden Ausführungen auf erschreckende Weise real und stellen die Forderung: Alle Seiten zur "nachdenklichen Ernsthaftigkeit" anzuregen.

Dieser Anspruch ist wohl nicht einlösbar. Ebenso wenig sind missionarische Aktivitäten angebracht; die Fehlurteile der Beteiligten lassen sich nicht entkräften, nur aufzeigen. Dies sind die Berichte der "Geschichten der unverantwortlichen Dinge" die Rutengänger und deren Kritiker veranstalten.

Kollision verschiedener Welten ...

An dieser Stelle möchte ich eine Lanze für Besserwisser, Nörgler, Skeptiker und Zweifler der Welt brechen. Jeder beurteilt seine Umwelt nach seiner persönlichen Wahrnehmung, Erfahrungsschatz und Kenntnisstand. Sachverhalte, die nicht ins Bild passen werden aus Unkenntnis oder vorgefertigter Haltung mit Distanz und Ablehnung bewertet. Die Darstellungen von Dritter, die tagtäglich aus Nachrichten des Weltgeschehens auf uns "Informations-Konsumenten" einprasseln vereinfachen das Denken dahingehend geradezu.

Und nun kommen Rutengänger daher, die sich mit Erdstrahlen beschäftigen und dies mit ihren Wünschelruten aufspüren. Wasseradern, die Mensch und Tier krank machen. Und natürlich besitzen nur "Rutengänger" diese besondere verliehene Gabe diese aufzuspüren. Da ist für viele das Maß des Erträglichen endgültig überschritten. Selbst in der Diskussion mit Skeptikern sind viele Rutengänger resistent gegen Belehrungen und logische Argumente einfachster naturwissenschaftlicher Gegebenheiten und beharren auf ihren althergebrachten Ansichten. Diese Beratungsresistenz teilen sie mit den Skeptikern, die sind ebenso bereit kein Schrittchen auf die anders geartete Gedankenwelt der Rutengänger zugehen. Wer möchte schon belehrt werden?

Mir selbst geht es kein Bisschen anders als den Kritikern und Skeptikern. Eine misstrauische Einstellung fördert nicht zwingend das eigene Denken und Handeln. Manchmal gruselt es mich zu hören und zu sehen mit welchen Dingen sich Esoteriker beschäftigen, welche Theorien sie aufstellen oder anhängen und mit welchen Vorgehensweisen Rutengänger in der Öffentlichkeit auftreten.

Oft höre ich "als Heilpraktiker, da kennen sie sicher die Methode XY nach XY". Naturheilkundlichen Therapieverfahren scheinen diesen Menschen zu helfen und da liegt es mir fern, öffentlich an der angepriesenen Methoden Kritik zu üben, selbst wenn diese nicht in meine Gedankenwelt passt. Ich nutze meine Anschauung nicht zu Selbstüberhöhung auf den Schultern anderer aus, die aus persönlicher Erfahrung überzeugt sind. Die Patienten warten nicht auf eine wissenschaftliche Rechtfertigung ihres Handels, sondern möchten Linderung erfahren, gleich, ob die Therapie pharmazeutisch wirksam sein kann, körpereigene "Selbstheilungskräfte" aktiviert werden oder dem Placebo-Effekt entspringt.

Wir haben bei Medizinern, Therapeuten, Architekten und anderen Berufsgruppen unsere größten Fürsprecher, wenn auch nicht die Lautesten. Aus verständlichen Gründen, der Sorge um Unverstand und Repressalien aus den eigenen Reihen. Diese rutengänger-freundliche Gesinnung steht nicht auf dem Gerüst des Aberglaubens, sondern auf den dünnen Beinen der Ernsthaftigkeit des Rutengängers und seinem Verhalten gegenüber Patienten der Mediziner.

Manche Rutengänger legen bei ihren Kunden ein seltsames Verhalten an den Tag. So wurde berichtet, dass der Kollege das Haus durch ging und in einem Kellerraum die vermeidlich gefährlichste Störzone fand, die Augen verdrehte und flux die Tür zum Garten hinaus ging und sich im selbigen übergab. Danach wurde er auf seine Assistentin gestützt zurück ins Haus geführt, klebte Abschirmungsbänder an die Kellerwände - kassierte 500 € und zog von dannen. Gut, der Kunde kann sich wenigstens nicht beschweren keine Show für sein Geld bekommen zu haben.

Im Gesamten eine jeden Filmpreis werte Vorstellung, die garantiert überzeugte und zudem Klischees der Kritiker bediente: ein durchgeknallter hemmungsloser Esoteriker mit Geschäftssinn und nicht einmal marginalem Kontakt zur Vernunft.

Akademiker war dieser Rutengänger nicht. Vorteilhaft für ihn, da diese ohnehin pauschal verunglimpft werden, wenn sie mit Rute oder Pendel umgehen. Dazu ein Zitat aus dem Internet:"Seien Sie besonders vorsichtig, wenn sich der Rutengänger mit akademischen Titeln wie Prof., Dr. oder Ing. schmückt. Auch bei Akademikern kann sich schnell mal eine Schraube lockern oder eine Sicherung durchbrennen."

Professoren, Doktoren und Ingenieure werden für bekloppt erklärt und andererseits geben deren Kollegen mit ihrer akademischen Reputation vor glaubwürdig zu sein. Wie bemerkenswert verschoben ist das denn?

Gut, skeptische Mediziner können psychiatrische Auffälligkeiten erkennen - doch sind Techniker, Ingenieure und Physiker in der Lage diese Erkrankungen zu diagnostizieren? Und was ist mit hochkarätigen Medizinern, die Andersdenkenden, Abweichlern und Querdenkern aufgeschlossen gegenüber stehen. Deren psychopathologische Auffälligkeiten würden garantiert von ihren Berufsgenossen erkannt. Aus psychopathologischer Sicht ist Besorgnis geboten, sobald geistige Fähigkeiten in einem übertriebenen Masse dargeboten oder Leistungen Anderer in Frage gestellt werden. Es bestehen berechtigte Zweifel in der Zurechnungsfähigkeit des Betreffenden, ganz gleich, ob dieser Akademiker ist oder nicht.

Ein kurzer Exkurs:

Bei einer Veranstaltung begegnete mir ein ca. 60-jähriger Mann, der während unseres Gesprächs immer wieder (geradezu zwanghaft) ausdrücklich und auffallend oft betonte, wie exzellent es um seine geistigen Fähigkeiten stehe und er noch jeden Intelligenztest meisterte. In diesem Moment war das Verhalten zwar auffallend, doch erst später wurde mir klar woher ich es kannte, bei Patienten, die an Alzheimer oder Demenz erkrankt waren. Also Erkrankungen, bei denen degenerative neurologische Prozesse im Gange sind. Einige Monate später erfuhr ich, dass bei diesem Mann eine, mir nicht weiter präzisierte, psychische Erkrankung diagnostiziert wurde.

"Allwissende" Kritiker und deren Plattformen

Der Mensch hat drei Wege klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmung: Das ist der leichteste.
Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.
    Konfuzius (551 - 479 v. Chr.; chinesischer Philosoph)

Dieser 2500 Jahre alte Sinnspruch passt zu den Skeptikern des Themas "Erdstrahlen und Wasseradern". Wobei der dritte Punkt "Erfahrung" als persönliche Berührungspunkt offensichtlich in den kritischen Aufzeichnungen zu kurz kommt oder nur auf dem zweiten Punkt "Nachahmung" aufbaut. Sie stellen keine Fragen und wissen bereits Antworten.

Früher genügte den Kritikern die Wünschelrute zu belächeln, Erdstrahlung als aberwitzig darzustellen, auf die katastrophalen Ergebnisse der Versuche mit Rutengängern hinzuweisen, den Rutenausschlag an sich dem Wunschdenken oder sachlich der Erwartungshaltung neurologisch initiierten Muskelkontraktionen zugeschrieben. Und Rutengänger pauschal für ungebildet, dumm und starrsinnig zu erklären. Dem letzten Punkt mit rigiden, persönlichen Denkmustern der Rutengänger ist vielfach nicht zu widersprechen.

Die Kritik ist offensichtlich, ebenso stecken geblieben oder inzwischen zu einfalllos Neues zu fabrizieren; oder haben womöglich die Rutengänger erkannt, dass sie von skeptischen Wissenschaftlern gemobbt werden. Also wurde ein emotionaler Aufreißer der Kritik gefunden. Jetzt steht das "soziale Verhalten" der Rutengänger im Fokus.

Was für ein Quantensprung (im physikalisch-korrekten Sinne) zum Schutz und Wohlergehen der Volksbildung!

Der kleinste gemeinsame Nenner genügt. Autoren von Internetinhalten und Institutionen, die der Aufdeckung para- und pseudowissenschaftlichen Umtrieben dienen berufen sich auf Aufzeichnungen, Erkenntnisse und Ansichten des Geophysikers Prof. Wielandt. Aus sicherer Quelle ist bekannt, dass er keinerlei Erfahrungen oder tiefere Beschäftigung mit dem "Rutengehen" hat. Er hat es selbst zugegeben. Der Aufhänger seiner Kritik war einst wohl das Versagen eines "Rutengängers" bei der esoterischen Spielerei des Wahrsagens. Soviel zur beispielhaften Wissenschaftlichkeit der Skeptiker, außer aufgezeigter Weltfremdheit und ersichtlicher Phantasie der Esoteriker steckt nicht viel dahinter. Deshalb sind Berichte und Ansichten Dritter immer mit Skepsis zu bewerten, selbst dann, wenn in einem wissenschaftlichen Kontext über unwissenschaftliche Themen geurteilt wird. Das ist wiederum eine Frage des "Nachdenkens".

Zu allem gibt es verschiedene Ansichten und diese werden nicht immer durch rein rational- wissenschaftliche Erklärungen erworben. Und aus weltanschaulicher Sicht darf ein Mensch Glauben oder Nicht-Glauben was ihm beliebt. Emotionaler, spiritueller "Glauben" wird beängstigender Weise von Esoterikern und Skeptikern mit rationaler Anschauung gleichgesetzt. Und auf der anderen Seite unterstellen die Nicht-Gläubigen den Anhängern "Der Glaube versetzt bekanntlich Berge" - Sie müssen es wohl wissen. Unzähliges was den Mensch bewegt ist wissenschaftlich nicht geklärt, oder fragt sich ernsthaft jemand bewusst bei allem was er tun, ob es sachlich-logisch begründbar ist.

Die Ernsthaftigkeit fehlt auf allen Seiten. Bei den Skeptikern um sich mit offenkundig unwissenschaftlichen Themen in einem ausgewählten Personenkreis zu profilieren, analytisch-intellektuell besser darzustellen und akademisch-überlegen zu wirken. Und bei Rutengängern aus esoterischem Irrglauben, aberwitzigen Anschauungen und Vorstellungen sowie maßloser Überschätzung vermeintlicher Fähigkeiten. Eine ordentliche Portion egoistischer Selbstdarstellung ist bemerkbar beiden Seiten gegeben.

Im Internet ist der Wunsch nach "Rutengänger freien Internetseiten" aus Richtung einiger Kritiker zu vernehmen. Diese Forderung entspringt garantiert nicht grüblerischem Nachdenken, sondern einer spontanen Reaktion aus einer verärgerten Sichtweise. Denn es gibt Milliarden von "Rutengänger und Erdstrahlen" freien Internetseiten und ebenso Milliarden von wissenschaftsfreien Homepages und Blogs. Was die Kritiker bemängeln mögen ist das Fehlen an Vernunft auf esoterisch-geprägten Seiten, doch damit ist es bei ihnen ebenfalls nicht gut bestellt - wie zu Beginn dieses Kapitels berichtet.

Der fehlende Realitätssinn der Esoteriker ist wohl außerdem die Grundlage der Aussage, "dass Rutengeher mit ihren Erdstrahlen bei ihren Mitmenschen Angst verbreiten, oder gar auf Grund dieser erst krank werden". Weiter wird nicht differenziert. Klar, ein Rutengänger mit Geschäftsinteresse wird die Erdstrahlen-Angst bei seinem Kunden schüren und unbändige Gefahren aufzeigen, nicht um den Kunden zu schützen, sondern leichter Produkte abzusetzen. Wirkungslose Produkte, die dem Kunden suggerieren, er habe nun eine Schutz vor den Erdstrahlen erworben.

Übersehen werden hingegen die vorangegangenen Glieder der langen Kette bis ein Rutengänger in Erscheinung tritt, diese haben es bereits sehr gut geschafft Ängste zu verbreiten. Welche Bevölkerungsgruppen das sind erfahren sie beim Blick in Presse, Fernsehen und Co. Durch die Informationsflut von Ängsten auslösender Gefahren, wie Krankheitserreger, Krieg, Hunger oder Verbrechen wird diesen mehr beigemessen. Einzelpersonen wird ein Gefahrenpotential einer Bedrohung vorgegeben, dass real nicht - in diesem Umfang – akut vorhanden ist.

Doch Leid, Krankheit und Tod sind allgegenwärtig. Nicht der Rutengänger bringt Krankheiten zu den Menschen, die Erkrankungen und Beschwerden sind schon vor Ort. Wir leben eben nicht auf einem Ponyhof.

Ein kurzer Exkurs:

"Sie können glauben, dass ein Löwe sie nicht auffrisst, bis er es tut!"

Das ist der Schluss den Kunden verkaufsorientierter Rutengeher nicht ziehen – sie erhalten unbestrittene wirksame Schutzmaßnahmen. Jeder von uns kann Angst vor Löwen verbreiten und dann einen Stein, Amulett, Lippenstift, Unterhose oder ähnliches verkaufen, der Löwen garantiert abhält. Natürlich wissen wir, dies funktioniert nur in unseren Breitengraden und nur solange der Kontinent nicht verlassen wird. Und sollte doch einmal ein Tier von einem Zoo oder Zirkus ausbrechen – hat die Wirkung eben – auf unerklärliche, mysteriöse Weise - versagt. Der Schutz hält nur an, solange mein Verhalten und das Umfeld dazu passen. Mein Wirken als Verkäufer ist dahingehend ohne Frage verwerflich; vor allem, wenn der Käufer meiner Aussage (ver)traut und sich auf den Schutz blind verlässt - bis er ins Löwengehege gestiegen ist. Spätestens hier wird er eines bessern belehrt …

Emotionen bedeuten mehr als Fakten. Die breite Gesellschaft empfindend kühle fundierte Fakten, selbst aus einer seriösen Quelle als langweilig. Doch andererseits werden vorgetragene, gehörte und gelesene Ansichten ruck zuck übernommen. Das Leben wird darauf ausgerichtet, insbesondere bei Aspekten, die sich um Lebens-Philosophie und Wertevorstellung ranken, z.B. Luxusgüter, Ernährung, Lifestyle-Artikel, Wellness und ebenso Esoterik.

Wissen steht heute in Sekunden schnelle auf dem Bildschirm bereit, bleibt vielleicht die Frage nach der Zuverlässigkeit der Quelle und dem eigenen Umgang mit dem Gefundenen. Oder ist "Wissen" im Sinne einer Information nichts mehr Besonders? Ebenso fix lässt sich im Informationsaustausch eine Meinungen kund tun - schön dabei, wenn der Schreiber den Inhalt beurteilen kann. Ein Hort der wahrhaften Allwissenheit wurde noch nicht erdacht und wer Einfluss auf die Meinung der Menschen nehme will, sollte Sorgfalt walten lassen.

Ein kurzer Exkurs:

"Giftstoffe in Nahrungsmittel entdeckt". Ernährungswissenschaftler warnen und empfehlen weniger Verzehr oder den Verzicht. Ebenso werden in Produktionsabläufen von Lebensmitteln auf Mängel aufmerksam gemacht oder unzumutbare Zustände in der Tierhaltung aufgedeckt. Andere Studien zeigen, dass die Gefahr im dargestellten Umfang nicht belegbar bzw. letztlich stichhaltig nachgewiesen ist. Würden Skeptiker die wissenschaftlichen "Verkünder" deshalb der Verbreitung von Angst und Panikmache bezichtigen?

Vorvorgestern war es das Bier, vorgestern der Zimt, gestern der Käse und heute die Tomate, die totbringende Stoffe enthalten und schwere Erkrankungen, wie Krebs begünstigen könnten. Und was kommt Morgen?

Die üblichen Verdächtigen wie Alkohol, Fett, Zucker, Kohlehydrate sind bereits durch, scheinen verstanden und mitgeteilt. Nach einiger Zeit wandeln sich Auffassungen, und aus dem geschmähten Lebensmittel wird eine Wundertüte und aus dem bekannt bedenklichen ein fataler Giftstoff.

Welchen Weg der Konsument einschlägt ist eine Frage der angeeigneten Ernährungsphilosophie. Mal von den ausgiebigen und erschöpfenden Diskussionen darüber abgesehen, endet der eingeschlagene persönliche Weg im Zweifelsfall mit dem Resultat "selber Schuld". Aus Hilflosigkeit griff ich - aufgrund meines Wissens - zu einem Strohhalm, der ins Verderben führte. Wer macht hier wem mehr Angst? Das schafft kein Rutengänger.


Kritik an der Kritik

"Man kann nur etwas beweisen, was wirklich existiert - Nicht-Existenz ist nicht beweisbar."

Dieses Zitat von Dr. habil. Rainer Wolf, einem Mitglied der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. über das Thema "Elektrosmog" zeigt, wie es bei den Skeptikern und Kritikern abläuft. Ohne Zweifel, was nur in den Köpfen weniger existiert lässt sich nicht als allgemein gültig beweisen.
 
Warum findet eine akademische Beschäftigung mit Themen, die - von vornherein - abgelehnt und für nicht existent erklärt werden statt. Nach Aussage der Skeptiker zur Volksbildung mit der Aufklärung unwissenschaftlicher Sachverhalte und Umtriebe mit verwerflichem und gar gefährlichem Gedankengut.

Daran ist nicht zu tadeln, dies ist ein ehrenwertes Unterfangen.

Doch müssen die getroffenen "wissenschaftlichen" Auslegungen als allgemeingültig klug und grundlegend richtig dargestellt werden und Anders-Denkende für senil, verrückt oder einfach dumm erklärt werden. Die Ausführungen werden - mal mehr oder mal weniger künstlerisch elegant dargeboten - in einem Ton fabuliert, der Akademikern im nüchternen Wissenschaftsbetrieb und fachlichen Konversation unter Kollegen versagt bleiben.

Zum Glück können sie sich bei einem fachfremden Thema mal so richtig ihre persönlichen Befindlichkeiten ausleben und polemisch argumentieren und ihren Emotionen, Frust und Missmut über gewisse Ausschnitte der Gesellschaft freien Lauf lassen.

Die Schreibweise beinhaltet humoristisch-blumige bis süffisant-abwertende Fabulierungen mit teils aggressiv-beleidigenden Zügen in einer pseudoreligiös-gefärbten Wortwahl. Greifen überzeugte Skeptiker auf Begriffe wie Wahrheit, Wahrhaftigkeit und XY zurück, im Glauben daran von esoterisch-vergeistigten Wirrköpfen so verstanden zu werden? Gibt diese Wortwahl Auskunft über den wissenschaftlichen Anspruch der Skeptiker? Schätzen sie ihre Zeitgenossen tatsächlich für so dumm ein? Dann ist wenigstens eine Sprache der Verständigung gefunden.

Die aufgerufene und angemahnte Seriosität ging mitsamt einer mit Bedacht gewählten Sprache und akademischen Zurückhaltung verloren. Was selbst für Nicht-Gläubige und Nicht-Akademiker erkennbar übrig bleibt, ist eine Effekthascherei unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit.

Was in der pauschalisierten Kritik vernachlässigt wird, sind Anhaltspunkte und Hintergedanken der von Rutengängern getroffen Aussagen; mal ganz abgesehen von organisierter Verblendung, purer Unwissenheit im Aufbau der Erde und versteckten Verkaufsinteressen.

Hierin liegt der Ansatz des kritisierten Makels der organisierten Skeptiker, an Rutengängern und dem Thema "Erstrahlung" insgesamt: Der verschwommene Grad zwischen Phantasie und Ernsthaftigkeit. Doch dieser wird - trotz vorgeschobener Vernunftbegabung - leider nicht weiter zu klären sein. Denn, gerade in Grenzgebieten und esoterischen Kreisen ist ein verinnerlichtes Maß an kultiviertem persönlichem Misstrauen angebracht. Es wird allerhand geboten, was einer sachlichen Kritik und differenzierten Aufarbeitung, fern einer populistische-spöttische Polemik bedürfte.

Eine konstruktive Kritik ist ohne Frage statthaft und allzeit angebracht, doch findet diese Konversation statt? Nein! Vielleicht möchten die Kritiker sich nicht herablassen, um mit Rutengängern oder deren Organisationen ernsthaft zu diskutieren. Stattdessen suchen sich selbstüberschätzte Rutengänger für Experimente, führen diese vor und nehmen ihre Probanden dann buchstäblich "auseinander". Siehe Kapitel "Experimente mit Rutengängern".

Daran Schuld haben letztlich die sturen, unbelehrbaren und idiotischen Rutengeher selbst. Und dem gegenüber, Wissenschaftler, die allzu sachlich mit den (wirren) Aussagen und vermeidlichem Können der Rutengeher umgehen. Das Prädikat der Pseudowissenschaft ist schnell verliehen.

Bleibt nur die Frage, wie steht es um Argumente und Beweise, wenn von vorneherein klar ist, dass in den Augen der Kritiker keine greifbaren "Fakten" existieren können. Da geht, wie auf der esoterischen Seite die Objektivität, Neutralität und Vernunft baden.

Experimente mit Rutengängern

Man müsste das Phänomen der "Erstrahlen" wissenschaftlich prüfen.

Der Ausspruch des Physiknobelpreisträgers Max Planck aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, zeigt wie es sich in naturwissenschaftlichen Fachkreisen bis heute verhält. Aus Sorge bei seinen Kollegen seine Reputation zu verlieren, nahm er diese Aussage zurück und das Phänomen "Erdstrahlen" blieb bis zum heutigen Zeitpunkt ernsthaft ungeprüft.

Der rationale Kritiker wird anmerken - zu Recht und selbst Experimente Rutengänger freundlich gesonnener Wissenschaftler, wie Prof. Betz  und Prof. König, gehen am Kern einer angebrachten rutengängerischen Fragestellung vorbei. Im Fokus stand die Reproduzierbarkeit des Rutenausschlages von verschiedenen Testpersonen an übereinstimmenden Plätzen, meist entlang einer vorgegebenen Teststrecke. Mit katastrophalen Ergebnissen der Rutengänger, die nicht über eine Fehlerverteilung mit Zufallstreffern hinausreichten. Diese Ergebnisse sind in der einschlägigen Literatur nachzulesen und dort erschöpfend besprochen.

Die Rutengänger berufen sich auf uralte Erfahrungswerte und an Ausreden für ihr schlechtes Abschneiden sind sie nicht verlegen. Die Kritiker hingegen berufen sich auf Versuche mit Rutengängern die Jahrzehnte zurückliegen. Aktuelle Experimente sind noch haarstreubender und haben mit Rutengehen - abgesehen von der Rute - gar nichts mehr zu tun.

Der Illusionist und Skeptiker James Randi lobt seit über 20 Jahren eine Million Dollar für den allgemeinen Nachweis übersinnlicher Fähigkeiten des Menschen aus. Gut, als Magier kennt er sich mit Täuschung und Raffinesse aus, und würde Hinterlistigkeit und Betrug bei anderen ohne Zweifel erkennen. In den letzten Jahren war daher immer wieder seine initiierte Versuchsanordnung auf der Mattscheibe zu sehen. Auf Tischen stehen umgedrehte Eimer. Unter den Eimern verbergen sich Gefäße, die mit Wasser gefüllt sein können. Genauso gut, könnte irgendetwas anderes eingefüllt sein oder darunter liegen, nur sollen "Rutengänger" getestet werden, die nach eigener Aussage: "Wasser in Adern" mittels unerklärlichen "Wasserstrahlen" finden können.

Ein Rutengänger, meist mit einem Paar Winkelruten in der zittrigen Hand, versucht festzustellen, wo sich das Wasser befindet. Der Aufbau als Doppelblindversuch ist wissenschaftlich einwandfrei und taugt garantiert mangelnde übersinnliche Fähigkeiten aufzudecken und das Wunschdenken und die Selbstüberschätzung der Probanden aufzuzeigen. Doch was hat dies mit angeblich krankmachenden Störzonen zu tun, die Rutengänger mit der Wünschelrute finden können. Gar nichts.

Das Ergebnis des "Rutengängers" bei diesem Test reicht nicht einmal über eine zufällige statistische Trefferquote hinaus. Ist also nicht besser als würfeln - ohne Rute in der Hand versteht sich. Abschließend erklärt ein Skeptiker in typisch ablehnend-verbohrter Körperhaltung mit Hände, wie zur Andacht gehalten oder die Finger beider Hände fest aufeinander gepresst, prompt Wünschelruten, Pendel, krankmachende Störzonen, insbesondere natürlich Wasseradern und letztlich die ganze Rutengängerei pauschal, als kompletter Irrsinn. So einfach kann Wissenschaft im Sinne der Aufdeckung von Parawissenschaften sein.

Dem unvoreingenommensten Menschen könnten Zweifel an der Aussagekraft des Gezeigten aufkommen und fragen sich: Warum Rutengänger und Radiästheten nicht in der Lage sind stichhaltige Beweise für eine übersinnliche Wahrnehmung von krankmachenden "Erdstrahlen und Wasseradern" zu liefern, die Fähigkeit der Antenne "Wünschelrute" im Aufspüren dieser Störzonen darzulegen und deren Auswirkungen zu beschreiben.

Bei Experimenten sorgten die Rutengänger selbst dafür, dass es keine positiven Ergebnisse für sie geben kann. Sie selbst sind der esoterische Unsicherheitsfaktor. Erstaunlich ist, dass sich Rutengänger dem ungeachtet bis zum heutigen Tag für solche Versuche hergeben und sich vorführen lassen. Sie vertrauen auf ihre Fähigkeiten, und die ihrer Handwerkszeuge. Und wenn es nicht gelingt haben die Rutengeher eine Ausrede parat wie, bei diesem Experiment treten nicht die natürlichen Schwingungen des Wassers in Erscheinung, da es sich um energiearmes und unbelebtes Wasser mit (zu) geringer Abstrahlung handelt; womöglich gar aus der öffentlichen Leitung. Die persönliche Sensibilität schlägt bei unterschiedlichen Frequenzen an und liefert somit keine stimmigen Ergebnisse. Oder gar kosmische Störungen und negative Schwingungen seiner Person gegenüber. Und so weiter.

Indirekte Überprüfung

Der unmittelbare Nachweis rutengängerischen Fähigkeiten - gescheitert ist. Unter Laborbedingungen austestbaren rutengängerische Wahn-Nehmungen existieren nicht und ein Messgerät, das vergleichbare Aussagen liefert ebenso wenig. Die Quintessenzen dieser Bemühungen ist, dass Kritiker und Skeptiker in ihren Organisationen ebenso wenig beitragen Licht ins Dunkel zu bringen, wie diejenigen die in der Kritik stehen. Die Verallgemeinerungen und halbwissentlichen Darstellung ohne jegliche Differenzierung verunsichern erst recht und öffnet exotisch-esoterischen Umtrieben erst Tür und Tor.

Wie wäre es mit einer indirekten Überprüfung. Andererseits werden akribische Fallbeschreibungen und dokumentierte Fälle ignoriert und verworfen, da diese in keinem wissenschaftlichen Kontext aufgezeichnet wurden und nur Einzelfälle widergeben, selbst, wenn diese in die Tausende gehen.

Vor Test, Versuchen oder Experimenten sollte zumindest eine (mutmaßliche) Grundlage als Übereinkunft dessen bestehen, was überhaupt zu untersuchen und bewerten ist. Wie es in der Wissenschaft und darüber hinaus allgemein üblich ist. Eine Basis der universellen gegenseitigen Verständigung. Gut, im Umgang mit esoterischen Einfallspinseln kann hiervon offensichtlich abgewichen werden. Vermutungen und Ansichten, können doch nicht Auslöser und Ansatzpunkte wissenschaftlichem Handelns sein?

Für eine umgebungsbedingte Einwirkung, die landläufig noch als "Erstrahlung und Wasserader" bezeichnet wird, gibt es noch keine mathematisch-physikalische Grundlage und eine direkte Messung mittels eines technischen Gerätes ist nicht möglich.

Andererseits stellen sich Wissenschaftler hin und messen mit ihren geophysikalischen Messgeräten. Klar, die Grundlage liefern wiederum Rutengänger bzw. deren Schulungen, die behaupten magnetische Felder sind ursächlich für Störzonen. Genauso wenig lässt sich die Zimmertemperatur mit einem Geigerzähler messen. Nur das richtige Messgerät ermöglicht eine Aussage in einer physikalischen Größe auf Punkt und Komma.

Ein kurzer Exkurs:

Bevor der Geiger-Müller-Zählrohr erfunden wurde, war die Radioaktivität zuvor von theoretisch vermutet und dann experimentell nachgewiesen und in Lehrsätzen gefasst. Und wurde indirekt über das schwärzen von Fotoplatten sichtbar gemacht. Der natürliche Zerfall von Atomkernen existente ungeachtet dessen schon lange zuvor, nur wusste niemand davon.

Vieles in der Welt lässt sich indirekt Nachweisen und so lassen sich indirekte Auswirkungen auf die Lebewelt, vorzüglich des Menschen beobachten. Nur eine Naturbeobachtung hat noch lange nichts mit Naturwissenschaft zu tun, das ist klar, insbesondere, da die meisten Rutengänger keine Akademiker sind. Die Effekte der rutengängerischen Störzonen sind als Symptome, wohlgemerkt am Bettplatz, nicht am Menschen selbst erkennbar. Nebenbei bemerkt: Nur Ärzte und Heilpraktiker dürfen medizinische Befunde am Körper erheben und Diagnosen stellen.

Für eine zumindest indirekte Überprüfung ist eine randomisierten medizinische Studie geeignet. Diese scheitert an der wissenschaftlichen Betreuung, Auswahl der Rutengänger, Zeitaufwand und finanziellen Ausstattung. Verständlich, die etablierte Forschung ist mit ihren Aufgaben ausgelastet und lässt sich auf keine Forschungsprojekte ein, bei denen von vorneherein klar ist, dass keine brauchbaren Ergebnisse gewonnen werden können. Der wirtschaftlich-finanzielle Aspekt erlaubt auf Seiten der Rutengeher keine umfangreiche, ernsthafte "Forschungen".

Es geht um die Gesundheit des Menschen. Das vergessen viele Rutengänger und  fadenscheinige Taschenspielereien mit seichten Experimenten auf Seiten der Wissenschaft helfen ebenso wenig weiter. Die aufrichtige Hilfe, derer die bemüht sind helfen zu wollen und können, gilt es zu prüfen.

Der Doppelblindversuch

Das Ergebnis eines chemischen oder physikalischen Versuches sollte bei vorgegebenen Aufbau und einzuhaltenden Randbedingungen (z.B. Temperatur, Luftdruck) an einem x-beliebigen Ort das Selbe sein. Zum Beispiel:

Korrekt:    A + B = C                    Falsch:    A + B = D

Natürlich spielt der Laborant dabei keinerlei Rolle. Um jedoch vorzubeugen, dass der Experimentator das Resultat beeinflusst, der Versuchsaufbau fehlerhaft ist oder unwissentlich falsch gehandhabt wird oder gar von einer Erwartungshaltung täuschen lässt klärt der Blind- bzw. Doppelblindversuch.

Zumeist werden Doppelblindversuche benutzt, um die Fehlbarkeit der Rutengänger, ihrer Ideen und der Wünschelruten aufzuzeigen. Wie geschildert, vorsätzlich in einem falschen Kontext auf der einen Seite und in Unverständnis auf der anderen, oder umgekehrt.

Ich möchte daher kurz das Verfahren am Beispiel einer qualitativen chemischen Analysen bei der Inhaltsstoffe einer Probe bestimmt werden erklären. Blindversuch und Doppelblindversuch sollen grundlegend zeigen, ob ein Versuchsaufbau valide ist und die Analyse unbeeinflusst ist von zum Beispiel Verunreinigungen der verwendeten Laborutensilien. 

Blindversuch: Die zu untersuchende Substanz wird von Laborant selbst in ein Reagenzglas (mit einem Gemisch der möglichen anderen chem. Stoffe) gegeben. In anderen Reagenzgläsern befinden sich nur die restlichen Substanzen. Die gesuchte Substanz muss dann in der geimpften Probe nachgewiesen werden. Gelingt dies ist der Versuchsaufbau und –ablauf in Ordnung (und erfüllt die standardisierten Vorgaben).

Doppelblindversuch: Ein Außenstehender gibt  die Testsubstanz in eine Probe. Der Laborant weiß selbst nicht, in welcher Probe die gesuchte Substanz enthalten ist und so lassen sich Unachtsamkeit oder Verfahrensfehler (aufgrund der Kenntnis des Inhaltes) aufdecken.

Jeder Student im chemischen Laborpraktikum weiß, wie aufwendig qualitative Analysen sind. Diesen (im übertragenen Sinne) Aufwand scheuen die derzeitigen Kritiker der Rutengänger durchweg. Sie müssten sich zumindest zweckmäßige "Experimente und Studien" ausdenken. Siehe Kapitel "Experimente mit Rutengängern"

Placebo-Effekt

Die Wirkung vieler naturheilkundlicher Heilmittel wird dem Placebo-Effekt von skeptischer Seite zugeschrieben. Dies liegt u.a. an den pharmakologisch unwirksamen Bestandteilen der Medikamente bzw. deren Verdünnung, Anwendung und XY. Zum Beispiel, wird bei der homöopathischen Herstellung von Arzneimitteln der Wirkstoff derart hoch verdünnt, dass im Endprodukt chemisch kein Substanz mehr nachweisbar ist.

Ein Placebo (lat. „ich werde gefallen“) ist ein Scheinarzneimittel, welches keinen Arzneistoff enthält und somit auch keine durch einen solchen Stoff verursachte pharmakologische Wirkung haben kann. Diese Substanzen werden bei medizinischen Studien verwendet.

Die schienbar vorhandene Wirkung als Placebo-Effekt beschrieben wird, je nach Standpunkt mit allem möglichen XY erklärt und verklärt. Erwartungshaltung (Konditionierung), Wunschdenken, Auto-/Suggestion, Selbstbeeinflussung oder andere Manipulationen des menschlichen Geistes, veränderte Lebensgewohnheiten und wenn gar nichts mehr hilft "Zufall". Von skeptischer Seite wird die positive Einstellung (der Umwelt) und Zuwendung zum Patienten als Wirkungsfaktor angeführt, um bei Kleinkindern, Tieren und gar Pflanzen eine "eingeredete" Wirkung zu umgehen.

Wissen Skeptiker mal wieder was sie im wissenschaftlichen Übermut von sich geben. Oder ist vom atemlosen Zorn auf die Naturheilkunde das Gehirn sauerstoffunterversorgt. Tief einatmen und mal die Konsequenz überlegen. Wenn verändertes Verhalten, Zuwendung und Hingabe eine Linderung der Beschwerden begünstigen - und die Placebo-Wirkung ist bei medizinischen Studien mit 30 - 40% erkannt worden - wie hilfreich sind da noch wirkstoffhaltige pharmakologische Medikamente, die in ihrer Wirkung teilweise kaum mehr erbringen? Zudem ist die Naturheilkunde meist nicht die erste Anlaufstelle der Patienten. Und abgesehen davon, erbringt die Medizin mit Forschung, Betreuung und Handwerk in Chirurgie, Orthopädie, Notfallmedizin usw. außergewöhnliche Leistungen ganz ohne polemisches Gewandt.

Dem Placebo-Effekt gegenüber steht der Nocebo-Effekt. Dieser kommt zum Tragen, z.B. wenn Substanzen eine negative Wirkung zugschrieben wird. Zum Beispiel wurde bei einer Testserie zur Laktose-Intoleranz bei einem Drittel der Probanden, die wie die anderen keine Laktose (Zuckerlösung) erhielten Symptome festgestellt, obwohl diese über Laktase (Enzym zum spalten des Milchzuckers) verfügten. Der Gedanke an die mögliche Wirkung der aufgenommenen Substanz reicht aus um Symptome und Beschwerden zu verursachen.

Beispielhafte Studien

Placebos

Im  Massenmedium Fernsehen wurde folgender Ansatz vor Jahren  einem breiten Publikum aufgezeigt: Bei einer (fiktiven?) Studie wurden von 100 Probanden ausgegangen (siehe Abbildung 1). 50 erhielten Pharmazeutika verabreicht und 50 wurden mit Placebos behandelt. Ergebnis 33 ging es mit Pharmazeutika besser und bei 16 schlug die Therapie mit Placebos an. Dies führte beim Moderator zur Aussage: Wie erkennbar wirkt die pharmazeutische Medizin deutlich besser als Placebos. Dieser Spruch wurde bis zum Schluss der Sendung unkommentiert im Raum schweben gelassen. Vergessen wurden die Beweggründe, warum solche Studien gemacht werden: Festzustellen wie wirksam das wirkstoffenthaltende Arzneimittel im Vergleich zum wirkstofffreien Placebo ist und selbstverständlich nicht die Überprüfung der Wirksamkeit des Placebos selbst. Der letzte Schritt fehlte: Beide Ergebnisse gehören miteinander verrechnet, und dann sieht es anders als: gibt man 50 Personen Medizin wirkt diese bei 17 Patienten und das Placebo bei 16 Personen. Auf hundert Patienten bezogen wirkt jeweils 1/3 beide Behandlungs-Methoden und bei 1/3 sind beide unwirksam.

Abbildung 1:

Diese abschließende Betrachtung wurde in dieser Reportage anscheinend vergessen. Wenn schon Erklärungen zurecht gelegt werden, mit denen bestimmte Tendenzen vermittelt werden sollen, sollte diese wenigstens das gewünschte Ergebnis plakativ hervorzuheben.

Gefahren des "Elektro-Smogs"

Bei einer Studie der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. zum Thema "Elektrosmog" zeigte sich, dass Krebserkrankungen bei Mobilfunknutzern um 10 % geringer waren, als bei Menschen ohne Mobilfunk-Gerät.

Betrachten Anhänger der "Elektrosmog"-Gefahren, insbesondere des Mobilfunks dieses Ergebnis, ist es für sie gewiss verwunderlich. Betrachtet man die Vergleichsgruppe innerhalb der Studie, ist diese sicher aktiver, sprich mehr unterwegs und weniger den technischen und v. a. natürlichen Belastungen an einem Ort ausgesetzt. Und dazu obendrein, wer unterwegs ist und das Mobiltelefon am Körper trägt, telefoniert garantiert mehr mit dem Ohr am Gerät als die Zuhausegebliebenen!

In dem Ergebnis spiegelt sich somit nicht die direkte Gefahr oder Harmlosigkeit des Mobilfunks wieder, sondern indirekt die des Standortes. Die Gefahren des Alltags werden verstärkt und stellen eine größere Bedrohung in der aktiven Lebensführung dar. Oder gelangen sie durch ihren häufigeren Ortswechsel zufällig auf bessere Plätze.

Fleischverzicht

Der folgende Exkurs zeigt, wie eine wissenschaftliche Studie und deren Ergebnisse dargelegt werden können, um eigene Standpunkte oder Absicht bestätigt sind im Weglassen von  Informationen. Die Daten der Studie wurden in 21 Jahre gesammelt und 2005 veröffentlicht. Ergebnis: Vegetarismus und Vegane Ernährung verlängern die Lebensspanne um mehrere Jahre; bis hin zu sieben Jahren.

Es wurden "fleischlos" lebende Menschen mit Menschen verglichen, die ab und zu wenig Fleisch zu sich nehmen. Im Vergleich mit der Normalbevölkerung hatten die gesamten Studien-Teilnehmern eine eindeutig (auf das jeweilige Lebensalter bezogene) nachweisbar geringere Sterblichkeit: 50 % Männer und 30 % Frauen.

Jedoch beim Vergleich der Studien-Teilnehmer gegeneinander, also den Vegetarier und Veganer mit den wenig Fleischessern der Kontrollgruppe waren nur geringste Unterschiede zu verzeichnen. Beiden Gruppen ist ganz unabhängig von der Ernährungsweise eine grundlegend "gesundheitsförderliche" Lebensführung inne.

Bei Zitaten dieser Studie wird dieser abschließende Sachverhalt zumeist unterschlagen und der Fleischverzicht als Ideal gepriesen. Moralische Bedenken natürlich ausgenommen. Die vollständige Fleischabstinenz wird zu Unrecht zum Attribut einer "gesunden" Lebensphilosophie erhoben und diejenige Menschengruppe, die sich davon angesprochen und aufgefordert fühlt, pflegt bereits ohnehin einen bewussteren Lebensstil, mit weniger Suchtverhalten und mehr Bewegungsfreudigkeit.

RUTENGEHEN IST KEINE WISSENSCHAFT!

"Pseudowissenschaft enttarnt: Wasseradern und Erdstrahlen."
   
Zum x-ten Mal wurde von einem Skeptiker ein längst bekannter unwissenschaftlicher Sachverhalt enttarnt. Die Beurteilung "Pseudowissenschaft" ist schon längst vergeben und damit das Thema - für jeden Zweifler offensichtlich - keine Wissenschaft.

Kopfgeburten und Kopfbilder

Es ist so einfach Esoteriker sehen wissenschaftliche Zusammenhänge, wo keine sind und beharren auf diese. Oder seit wann können Ruten, Pendel und dergleichen in Menschenhänden Messgeräte mit methodisch reproduzierbaren Ergebnissen sein? Wie ist es dazu gekommen? Und wer von den Rutengängern hat die Erfahrungskunde "Rutengehen" zur Wissenschaft erklärt? Es ist ganz einfach Akademiker haben sich außerhalb ihrer Fachgebiete mit Themen beschäftigt die keinesfalls als wissenschaftlich zu bewerten sind aber durch die methodische Beschäftigung dahin verklärt wurden. Ohne dies hätten Skeptiker kein Spielfeld ihrer wissenschaftlichen Aufdeckung von Pseudowissenschaften.

Dazu bleibt die Frage, warum das vorhandene Wissen von Seiten der Skeptiker immer wieder durchgekaut und als "Stand der Dinge" dargestellt wird. Die grundlegende Auseinandersetzung schon Jahrzehnte zurückliegt und seitdem hat keine Seite das Geringste hinzugelernt.

Bedarf das Wissen der Menschen heute weniger Schutz als früher oder veränderten sich nur die Formulierungen. Was den Skeptikern zurecht aufstößt ist, das mit okkulten, also unwissenschaftlichen Umtrieben verbunden mit der Dummheit und Leichtgläubigkeit der Menschen ordentlich Kasse gemacht wird.

Das wäre mal ein Anstoß bei dem Übereinstimmung zwischen vielen Rutengängern und Skeptikern herrschen könnte. Doch setzt die organisierte Skepsis viel tiefer an - und verunglimpft bereits die reine Hobbybeschäftigung als Idiotie. Ihre eigene "wissenschaftliche" natürlich ausgenommen. Schade. Aufklärerische Maßnahmen nützen nichts - im Gegenteil, bei geschäftsorientierten Rutengehern wird selbst Kritik zum Verkaufsargument für ihre Erdstrahlenschutz-Produkte. Wie? Das können Skeptiker selbst herausfinden, im persönlichen Kontakt zum untersuchten Objekt "Rutengänger".

Rutengeher, gleich ob Wissenschaftler oder Nicht-Wissenschaftler haben sich über Generationen hinweg für das "Rutengehen, Erstrahlen und Wasseradern" an wissenschaftlichen Formulierungen und Begriffen gütlich getan.

Eine empirische  Vorgehensweise (Studien, Versuche usw.) mit angewandter Methodik ist nicht gleich eine "Wissenschaft des Rutengehens". Gut, zu Beginn der organisierten Forschungstätigkeit, wenn man es so nennen kann, vor über 60 Jahren waren Akademiker beteiligt. Der Forschungskreis um die Mediziner Dr. Hartmann und Dr. Curry, vertrat sicher die Auffassung - dank unserer Naturwissenschaftler ist unser Beschäftigungsfeld ebenso wissenschaftlich. Weitgefehlt. Dies ist reines Wunschdenk, fern universitärer Anschauungen und ganz ohne plakative Kritik einleuchtend abzuhandeln. Oder fanden sich doch nur weltfremde Geisteskranke zusammen.

Verschiedenste Lebensansichten und Erfahrungen werden noch lange nicht zur Wissenschaft, nur weil der verbreitende Akademiker ist - und auffallend ist, dass in Esoteriker-Kreisen gerne ein paradoxes Vokabular aus wissenschaftlichen Fachausdrücke, insbesondere der Physik formuliert wird.

Klar definierte Zusammenhänge und Methoden werden mit abstrakten Bezeichnungen verblümt in einer verfremdet, verdreht und gar widersinnigen Bedeutung Beschreibung unwissenschaftlicher Sachverhalte. Da erfüllt der "beste" Ansatz schnell den Bestand der Grenzwissenschaft (Para- oder Pseudowissenschaften). Es ist erst ein akademisches Gegenüber von Nöten um unwissenschaftliche Anschauungen aufzudecken und unter Kritik zu stellen.

Mit exotisch klingenden wissenschaftlichen Begriffen lässt sich wunderbar Fachkompetenz vorgeben. Der Anstrich einer akzeptierten und gelehrten Wissenschaftlichkeit soll hier den esoterischen Sachverhalt aufwerten und als "ernstzunehmend" rechtfertigen.

Vieles, was heute allgegenwärtig ist wurde von Autoren in der frühen Science Fiction Literatur beschrieben und erntete einst nur Kopfschütteln bei der "etablierten Wissenschaft". Dies ist bis heute so geblieben. Die Kopfschüttler als Hüter der Wissenschaftlichkeit? Diese überschätzen wohl ihre eigenen Gedankenmuster - denn, den Querdenkern gehört die Welt.

Das meiste zum Thema geht in den Köpfen der Rutengänger vor, die (zumeist) in der wortgetreuen Auslegung und Bedeutung ihrer Jahrhunderte alten Begriffe beharren. Das ist natürlich rückständig, denn in jedem "Fachbereich" gibt es neue Erkenntnisse und Begriffsinhalte ändern sich, werden neu definiert oder verworfen. Doch ist es damit bei den Rutengängern besser geworden? Diese Rigidität bei Begriffen und Dogmen schafft unzählige Kritikpunkte. Siehe Kapitel "Gitternetzlinien" und "Kritikpunkte"

Wenige Rutengänger, wie z.B. Käthe Bachler und XX, die nicht nur bei ihren Kollegen in hoher Wertschätzung stehen, haben über ihre jahrzehntelange Tätigkeit Buch geführt und ihre "Fälle" akribisch aufgezeichnet. Diese werden natürlich nicht ausgewertet, zum einen weil sie nicht in einem wissenschaftlichen Kontext aufgezeichnet wurden und nur Einzelfälle, die keinen Vergleich zulassen wiedergeben werden.

Zum anderen als aufgezeichnetes Sinnestäuschung des Rutengängers und selbst bei mehreren tausenden "Fällen" nicht mehr als Zufall erreichen. Leider können Rutengänger in ihrem Arbeitsleben, keine 30000 - 50000 vergleichbaren Fälle zur statistischen Auswertung heranziehen, wie es in medizinischen Forschungen üblich ist, um eine repräsentative Bewertung zu erlangen.
 
Über Jahrhunderten entdeckten Gegebenheiten, wie der Zusammenhang zwischen einem Rutenausschlag, besser einer rutengängerischen Störzonen und dem Bereich einer belasteten Körperregion mit vermuteten Beschwerden und Erkrankungen. Ein 150 Jahre alter Erklärungsversuch des Rutenausschlages als vom Wunschdenken innervierte Muskelzuckung reicht hier nicht mehr aus. Neuere Ursachenforschung? Fehlanzeige!

Die Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.

    Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857, "Wünschelrute" 1835)

Das Zauberwort heißt "Phantasie". Die Rute zuckt und verbreitet Fröhlichkeit und Verwirrung. Manchmal entwickeln die Wünschelruten ein ungewöhnliches Eigenleben. Sie rotieren wild umher, vollführen kräftige Ausschläge und lassen sich nicht mehr bändigen oder verdrehen sich mit samt den Händen. Jedes kleinste Zucken und gehauchte Bewegung der L-Rute wird bewertet. Von der Gefahr einer unsinnigen Überinterpretation mal ganz abgesehen.

Frage: Warum interpretieren Laien, Rutengänger und der Kritiker so viel in das Zucken der Wünschelruten, Winkelruten und Pendel, bemessen diesem die alleinige Aussagekraft bei oder sprechen diese kategorisch ab?

Schnell wird bei Rutengehern eine persönliche oft einmalige Reaktion zur Lehrmeinung und einzigen Arbeitsweise erhoben, oder gleich zu einer von "Gott" verliehenen Fahrigkeit stilisiert. Doch nicht die Arbeitsweise oder die darin eingebettete Gedankenwelt ist entscheidend, sondern das Ergebnis: eine erkrankte Körperregion am Bettplatz zu erkennen. Alles andere sind esoterische Spielereien. Darunter fallen u.a. die Tiefe des Grundwassers muten oder eine Leckage in einer verborgenen Rohrleitung finden.

Für "Rutengänger" visualisieren radiästhetischen Geräte das im Unterbewusstsein verborgene. Die Ruten und Pendel sind Hilfsmittel, die Empfindungen abzurufen und anzuzeigen, und nicht zu empfangen, jedoch vertrauen darauf die meisten Rutengänger. Die Intuition wird befragt mehr nicht; und diese sollte in jedem Menschen inne wohnen.

Die Wünschelrute ist keine Antenne, weder im technischen noch spirituellen Sinne. Ein Stück Holz, Kunststoff oder Metall, mit und ohne Markierungen, schön verziert oder sachlich kühl, je nachdem wie es einem beliebt. Seltsam, dass dies die Kritiker noch nicht gemerkt haben. Und doch ist sie nicht mehr als der Zeiger am Uhrwerk Mensch. Die Lebewesen sind die Biosensoren und reagieren auf die Umwelt; ganz gleich wie diese Reaktion zu Stande kommt. Und was ursächlich sich hinter den "Erdstrahlen und Wasseradern" verbergen mag.

Der Rutengänger wird mit einer Rute in der Hand nicht zum technischen Messgerät. Die Bewegungen der Rute werden seit über 150 Jahren mit dem "Carpenter-Effekt" erklärt. Selbst wenn es sich um einen willkürlich induzierten Muskelreflex  handelt, erklärt dies noch lange nicht, warum Rutengänger am Bettplatz eine erkrankte Körperregion eingrenzen können (wohlgemerkt ohne diese vorher zu kennen). Dies kann wiederum von kritischer Seite dem Zufall zugeschrieben werden, da viele Menschen vergleichbare und altersgerechte Beschwerden zeigen. Doch was ist wenn dies nicht zutrifft und der Rutengänger medizinische Beschwerden am Bettplatz erkennt. Deshalb bieten wir allen Kritikern und Skeptikern an uns für vier Wochen zu begleiten und die "rutengängerische" Realität, fern von einfallslosen Experimenten zu erleben.

Arbeitsweisen der Rutengänger - Versuch und Irrtum?

"Nicht jeder bei dem die Rute zuckt, ist auch ein Rutengänger."   

Diesen Ausspruch machte Freiherr von Pohl, der als "Ahnvater" der Rutengängerei im deutschsprachigen Raum gilt, vor über 90 Jahren.

Beweggründe sich mit der Rute und Erdstrahlen zu beschäftigen gibt es viele, eigene Erfahrungen, ergänzen des Arbeitsfeldes, Wassersuche oder einfach aus Interesse und Hobby. Oft liefern Freizeitrutengänger bessere Arbeit ab, als "diplomierte" und "geprüfte" Rutengängermeister.

Keine einheitlichen Arbeitsweisen, mal von Standards ganz abgesehen, je nach Rutengänger-Schulen, gemäß deren Gesinnungen werden die Leute ausgebildet. Der Dünkel steht im Vordergrund. Es ist anzumerken, dass es für das Rutengehen keine universitär oder staatlich verliehene Titel verliehen werden oder gar eine irgendwie geartete anerkannte Prüfung abgelegt werden kann; in keinem Land der Erde! Die Titel Sachverständiger, Diplom oder Meister im rutengängerischen Zusammenhang klingen eben unverschämt gut und fachkundig! Die verliehenen wissenschaftlich klingenden Titel dienen der eigenen Selbstdarstellung und meist Verkaufsinteressen besser abzuwickeln. Phantasiekonstrukt ohne jegliche Bedeutung und nur der gleichgültigste Akademiker wird sich angesichts dieses Etikettenschwindels nicht aufregt und um seine Ansehen fürchten.

Dies ist eine Sache eine andere die divergierenden Lehrmeinungen der unterrichtenden Rutengänger. Grundlegend lässt sich das "Rutengehen" und der Umgang mit dem "Pendel" bis zu einem bestimmten Grad autodidaktisch aus Büchern und im Kontakt zu anderen Laien erlernen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist eine, sage mal strukturiert-praktische Anleitung notwendig. Und hier beginnen die Unterschiede, je nach Zielsetzung der Ausbildung und so steht häufig nur das Geschäftsinteresse im Fokus und die größten Umsätze verbuchen. Glücklicher Weise trifft dies nicht auf alle Rutengänger zu und viele sehen sich dem Dienste am Menschen verpflichtet.

Klar, verschiedene Standpunkte sind auch den Rutengängern anzumessen. Doch keiner würde seinen aufgeben und seine Interessen zu wahren. Es müssten Diskussionen eine Grundlagen für Arbeitsweisen und Berufsethos erbringen. Ein wohl Sisyphos´sches Unterfangen. Jedoch bedürfte es dafür keinem wissenschaftlichen Anstrich, nur einem gewissen Grad an Logik und Vernunft.

Oftmals flechten Rutengänger in ihre Arbeit "persönliche", religiös-spirituelle oder esoterisch geprägte Hilfen ein. Für den einen können bestimmte individuelle Vorgehensweisen (zur inneren Einkehr) durchaus hilfreich sein, doch sollte diese bei demjenigen bleiben oder gar als Lehransatz für Laien angesehen werden. Wichtiger als esoterisch verklärte und verworrene Spinnereien und Spielereien sind beim Rutengehen klare und strukturierte Arbeitsabläufe, die den Erfolg erbringen und in die eigene Vorgehensweise und Intuition vertrauen lassen.

Vokabular der Rutengänger

Ein Vorwurf der Kritiker an naturkundlichen Behandlungsmethoden oder esoterischen Denkweisen ist oftmals das schwammige Vokabular ohne klar definierte Begriffsinhalte. Nicht nachvollziehbare phantastische Begriffe werden erfunden, etablierte Fachbegriffe werden falsch verwendet oder sind mit anderen Begriffsinhalten belegt. Oft sind es nur unterschiedliche Sichtweisen, die für Verwirrung sorgen. Den es gilt: Rutengängerei und "Erdstrahlung" sind keine akademisch-wissenschaftlich greifbaren Methoden mit mechanisch reproduzierbaren Sachverhalten. Es handelt sich um eine jahrhundertealte Erfahrungskunde, die leider spirituell und okkult verklärt wird, und oft für Scharlatanerie herhalten muss.

Zum Beispiel wird von Lebensenergie, Yin und Yang oder Chi gesprochen. Der "Akademiker" fragt sich: Was soll das sein? Viel einfacher und begreifbarer für Außenstehende ist es, wenn differenzialdiagnostische Ausdrücke, wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit beschreibend verwendet werden.

Viele rutengängerischen Begriffe werden ebenso falsch verstanden und allzu wörtlich ausgelegt. Eine "Wasserader" ist wohl der Wortherkunft nach aus dem Begriff Erzader oder Steinader (z.B. Marmor) entstanden. Frühere Rutengänger fanden in Erzgängen Bodenschätze. Später wurde auf die gleiche Weise Wasser gesucht und die Vorstellung in den Köpfen der Rutengänger und Laien von einem Adergeflecht, vergleichbar den Blutgefäßsystem setzte sich bis heute fest. Eine "Wasserader" existiert nur unter gewissen geologischen Bedingungen u.a. Höhlen in Karstgebieten. Dies ist bis heute ein strittiger Punkt an dem sich die Logik der Kritiker und die Unbedarftheit der Rutengänger gegenseitig aufziehen.

Begriffsinhalte können sich ändern. Die historische Namensgebung der Rutengänger orientierte sich an natürlichen Formen. Heute sind viele dieser Begriffe mit wissenschaftlichen Inhalten belegt und kollidieren mit den Begriffsinhalten der Rutengänger z.B. Der Begriff "Verwerfung" beschreibt nicht die geologische Formation, sondern  Symptome und Beschwerden die der Rutengänger der Störzonen "Verwerfung" zuschreibt. Letztlich ist diese nicht an die Untergrundstruktur gebunden.

Der Link zu Prof. Wielandt - hier klicken